IT-Sicherheit erschöpft sich nicht in der Abwehr von
Schädlingen, doch selbst diese Aufgabe droht, zu einem
Full-time-Job zu werden. Mehr als 2500 Schwachstellen wurden
im Laufe des letzten Jahres in Unternehmenssoftware entdeckt,
70 Prozent davon könnten leicht für Angriffe und
Viren genutzt werden. Allein zwischen Januar bis März
wurden rund 1100 neue Viren entdeckt das laufende Jahr verspricht
jetzt schon, alle Rekorde zu brechen. Dazu kommen Hacker,
Spam, fahrlässige Mitarbeiter, und, und ...
"WIE SIE SICHRE BEMKRET HBEN MCHAEN DIE BUCHSTBAEN HEIR
ÜBERHPTAU KIENEN SNNI. DAS SIT BEAR EIN TRICK WIE SPMMER
HUETE IHRE MIALS AN DEN FLTERN VORBIE IN IHREN POSTENGNG SCHLUESEN."
Willkommen in der Welt der Spammer. Lehnen Sie sich zurück
und genießen Sie unseren Erfindungsreichtum. Wir werden
nicht müde, neue Tricks zu finden, um ihren Filter zu
umgehen. Einige Beispiele wollen wir aber offenbaren, damit
Sie eine ungefähre Vorstellung von dem bekommen, wie
kreativ wir sind - wie ein Zauberer, der in unregelmäßigen
Abständen einige kleine Zaubereien offenbart und so zeigen
will, dass er wirklich was drauf hat.
Dass die Hersteller von Anti-Spam-Lösungen auch nicht
schlafen und Ihnen, den lieben Anwender, zur Seite springen,
um uns, die Spammer, zu blockieren, zeigen wir an folgendem
Beispiel: Gab man dem Begriff V-i-a-g-r-a diese Passform,
kam man noch vor einigen Monaten bis zum Posteingang durch.
Die Zeiten sind vorbei, die Filter erkennen die Variante und
filtern sie heraus. Unsere Idee, den Begriff mit Leerzeichen
zu schreiben, V i a g r a, hat auch keinen Filter überlebt.
Schade eigentlich.
Erfinderisch wie wir sind, gibt es noch andere Ideen, die
wir verwirklichen und die nicht in allen Blockiersystemen
Alarm schlagen. ASCII-Zeichen benutzen wir auch gerne. Der
ASCII-Code sieht in etwa so aus: V i e.
Mit den entsprechenden Zeichen können wir Wörter
sozusagen verschlüsseln. Ein Browser stellt sie dann
lesbar dar.
MIME ist auch eine Technik, die es uns einfach macht, den
Filter an der Nase herumzuführen. Die Abkürzung
steht für 'Multipurpose Internet Mail Extensions' und
ist eine Methode, die Binärinformationen als normalen
Text lesbar aufbereitet, so dass er über eine Mail versendet
werden kann. Eine MIME-Spam besteht in der Regel aus zwei
Teilen. Im ersten Teil steht in Klartext ein unverfängliches
Bla-Bla, das nicht direkt auf eine Werbemail schließen
lässt, zumindest aus der Sicht des Filters. Im zweiten
Teil ist ein Text im HTML-Format versteckt, der meistens einen
Link enthält, der auf eine Werbeseite führt. Und
schon haben wir sie wieder erwischt.
Die Wunderwaffe HTML
Überhaupt ist HTML (Hypertext Markup Language) ein wahres
Wundermittel für uns Spammer. Mit der Programmsprache,
die Webseiten generiert, kann man tolle Sachen machen. Die
oben angesprochene Leerzeilentechnik beispielsweise (v i a
g r a) lässt sich mit einem HTML-Code noch einmal verschlüsseln.
Das würde dann so aussehen: v font size=0 /font i font
size=0 /font a font size=0 /font g font size=0 /font r font
size=0 /font a.
Der Code hilft auch bei unserem Farbenspiel. Wir verstecken
einen unverfänglichen Text ("Hallo Mama, danke für
den netten Abend gestern."), indem wir für diesen
die gleiche Farbe verwenden wie für den Hintergrund des
eigentlichen Spam-Textes (wie in dem alten Österreicherwitz,
wenn nach der Kriegsflagge der Alpenrepublik gefragt wird:
Weißer Adler auf weißem Grund). Der Filter wird
so manipuliert, dass er den unverfänglichen Text in der
gleichen Farbe wie der Hintergrund darstellt, so dass der
Empfänger diesen Text gar nicht lesen kann. In anderer
Farbe vor dem Hintergrund (schwarz auf weiß) ist der
Spam-Link sichtbar. Manche Filter verwirrt dieses Hin und
Her und sie lassen die Mail durch.
Schließlich nutzt HTML uns bei der Tabellentechnik.
Um es kurz zu machen, hier ein Bild, das die Situation darstellt.
Der Filter erkennt nur die einzelnen Tabellenteile, also 'VsF'
oder 'iar'. Und wieder haben wir Sie veräppelt.
Natürlich können wir auch Kombinationen aus allen
HTML-Techniken kreieren. Unerfreulicherweise haben einige
unserer Gegner wie der Anti-Spam-Software-Anbieter Sophos
dafür bereits schon entsprechende Blockiersysteme entwickelt
und verschieben versteckten HTML-Code direkt in den Papierkorb
oder fangen ihn am Gateway ab.
Die Verfolger lernen schnell
Dass es immer enger wird, zeigen uns aber auch die Anwender.
Sie geben nicht mehr Mir-nichts-dir-nichts ihre Mailadresse
preis. Auf ihren Webseiten vermerken sie ihre Adresse im ASCII-Format
oder mit Leerzeichen. Das scheinen sie von uns gelernt zu
haben. Harvester-Programme, die Seiten absurfen und Mailadressen
sammeln, die wir Spammer verwenden können, sind nicht
mehr in der Lage, die Adresse als solche zu erkennen.
Und unsere noch so tückischen Mails holen selbst naive
Internet-Nutzer nicht mehr hinterm Monitor hervor. Die Idee
mit der angedrohten Strafverfolgung durch die Düsseldorfer
Staatsanwaltschaft war doch wirklich gut, oder? Leider wissen
schon zu viele, dass es rein ermittlungstechnisch auf diesem
Wege nie zu einer Verfolgung kommt. Unsere ausgetüftelte
Idee war noch nicht intelligent genug, obwohl wir ein paar
Adressen haben sammeln können. Danke, an dieser Stelle.
Selbst das klassische Eigentor wird inzwischen selten geschossen:
der Abwesenheits-Agent. Das war immer so einfach. Jeder, der
eine Abwesenheitsmail absetzte, ging uns ins Netz, weil der
Agent ja auf jede Mail antwortet, die ein Filter nicht vorher
abgefangen hat. Die Anwender sind auf den Trichter gekommen
und leiten ihre Mails intern weiter, wenn sie im Urlaub sind.
Ok, die Luft wird dünner. Das einzige, was uns noch eine
Zeit lang hilft, sind die Filter selbst, die darauf achten
müssen, nicht zu viele 'False Positives', also fälschlicherweise
als Spam deklarierte Nachrichten, zu produzieren. Das finden
wiederum die Anwender nicht gut. Schon gar nicht die, deren
Name einen Hauch von Spam in sich trägt. Heißt
jemand 'Dieter' und beendet eine Mail, wie das so üblich
ist, mit "Viele Grüße, Dieter", kann
es bei manchen Filtersystemen Probleme geben. 'Dieter' enthält
den Bestandteil 'Diet', was aus dem englischen übersetzt
'Diät' heißt und ein immer wieder lukratives Spam-Thema
ist.
Auch wenn wir noch mehr Tricks auf Lager haben, müssen
wir zugeben, dass uns unsere Verfolger auf den Versen sind.
Den Atem von Sophos haben wir schon gespürt, uns aber
noch einmal losreißen können. Ein anderer Feind
heißt Clearswift - und gibt sich für unseren Geschmack
allzu zuversichtlich. Deren Geschäftsführer Frank
Brandenburg hat sich zum Thema erklärt. Er ist sich sicher,
dass das Spam-Problem innerhalb eines Jahres ausgerottet sein
werde.
Aber so leicht lassen wir uns nicht unterkriegen.
Quelle: Silicon.de
Leider verteilen sich Viren mittlerweile mit den gleichen
und ähnlichen Tricks, so daß ein aktueller Virenschutz
mindestens genauso notwendig wie ein Spam-Filter ist, wenn
nicht sogar noch notwendiger.
Helfen Sie uns, in dem Sie sich schützen!
Setzen Sie sich mit uns wegen eines Spam und Virus-Filters
mit uns in Verbindung
Ihr KP24.de Team